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Armin Scholl

Die Bibel hat eine große Bedeutung in meinem Leben. Sie ist Gottes Wort, das in mein Leben hineinspricht. Mich beeindruckt besonders, wie schonungslos sie die Schwächen der Menschen – auch und gerade der großen Glaubenshelden – aufdeckt und wie eindringlich sie Gottes Weg zur Rettung darstellt. Hier finde ich Berichte über charismatische Figuren, wie Mose, den Erretter des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten, den großen jüdischen König David und den Apostel Petrus, die viele große Fehler hatten und machten. Und Gott macht diese schuldbeladenen Personen (Mose hat gemordet, David hat den Ehemann seiner Affäre morden lassen, Petrus war überheblich und feige) zu Vorbildern im Glauben. Wie kann das sein?
Diese Frage hat auch Martin Luther sehr umgetrieben, in einer Zeit, in der man sich die Rechtfertigung vor Gott durch eigene Leistungen verdienen oder – im wahrsten Sinne des Wortes – erkaufen musste. Mit Luther freue ich mich über die Erkenntnis, dass nicht ich es sein muss, der den Weg zu Gott freiräumen und mit eigener Leistung Gott gnädig stimmen muss. Das hat Gott durch den Kreuzestod seines Sohnes Jesus selbst getan. Dies drückt einer meiner liebsten Bibelverse so aus:
„Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ (Johannes 3, 16; Lutherbibel 2017)
Statt an meinen eigenen Fehlern und Schwächen – und davon gibt es viele – zu verzweifeln, kann ich mich darüber freuen, dass Gott mich bedingungslos liebt und ich jederzeit und immer wieder zu ihm umkehren darf. Er will Gemeinschaft mit mir haben, er der große Gott und Schöpfer. Ist das nicht ein herrlicher Grund zu unbändiger Freude – gerade dann, wenn mich die Sorgen und der Stress des Alltags überwältigen wollen? Ich nehme mir vor, dieser Freude viel öfter Raum zu geben. Und dazu hilft es, viel regelmäßiger in der Bibel zu lesen und mit Gott im Gespräch zu sein, als ich es meist tue. Aber Gott liebt ja gerade die Versager – eine tröstliche Gegenperspektive zu unserer Druck- und Leistungsgesellschaft.

 

Armin Scholl, Professor für Betriebswirtschaftslehre

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